So beginnen Sie, die „Steuer“ abzutragen
Jede Wirtschaft beruht auf Anreizen. Die Copy-Paste-Wirtschaft bildet keine Ausnahme.
Der KI-Steuersatz ist in den meisten Unternehmen derzeit denkbar einfach: Jedes neue System, jedes Tool und jedes KI-Pilotprojekt schafft ein wenig mehr Geschwindigkeit. Doch diese Zeit wird unmittelbar wieder in Arbeitsaufwand zurückgezahlt – unseren Untersuchungen zufolge zu einem Satz von rund 30 Prozent.
Das bedeutet: noch mehr Kopieren und Einfügen.
Die gute Nachricht ist, dass wir diese Wirtschaft selbst geschaffen haben. Also können wir auch ihre Regeln ändern. Die Studie zeigt ein klares Muster: Wird KI in die Systeme integriert, die ein Unternehmen bereits steuern, beginnt die Copy-Paste-Steuer zu sinken.
60 Prozent der Beschäftigten in Unternehmen, deren KI eng mit den Kernsystemen vernetzt ist, berichten von deutlich kürzeren Bearbeitungszeiten. In Unternehmen, die KI gar nicht in ihren Kernsystemen einsetzen, liegt dieser Anteil bei nur 24 Prozent.
Wie es in unserem Bericht heißt: „Das ist mehr als ein doppelter Unterschied.“ Anders gesagt: Unternehmen, die KI in ihre Kernsysteme integrieren, erzielen mehr als doppelt so hohe Produktivitätsgewinne.
Dieselben Beschäftigten. Dieselbe Technologie. Aber ein grundlegend anderer ROI, wenn KI dort eingebunden ist, wo die Arbeit tatsächlich stattfindet.
Ray Wang, Gründer von Constellation Research, fasst es so: „Die meisten CIOs wissen, dass sie eine Copy-Paste-Wirtschaft betreiben. Wenn 80 Prozent der Beschäftigten als menschliche Middleware zwischen fragmentierten Anwendungen fungieren, ist das keine Strategie für die Zukunft der Arbeit, sondern eine Drehstuhl-Strategie. Bei der nächsten Welle agentenbasierter KI geht es darum, Agenten in das System of Record zu integrieren, damit Menschen nicht länger die Produktivitätssteuer zahlen müssen.“
Wie das aussieht, lässt sich dort beobachten, wo diese Steuer bereits gesunken ist.
Die Personalbeschaffung im Kundenservice war lange ein klassischer Copy-Paste-Markt. Restaurantmanager fungierten als Vermittler und übertrugen Daten zwischen Jobbörsen, E-Mails, SMS und Planungstools, nur um offene Stellen zu besetzen. Sie trugen dabei das Risiko.
Chipotle stand vor genau diesem Problem. Das Unternehmen übergab einem KI-Assistenten die Routineaufgaben im Bewerbermanagement. Seither hat es die Zeit bis zur Einstellung um 75 Prozent verkürzt, das Einstellungsvolumen verdoppelt und die Quote abgeschlossener Bewerbungen von 50 auf 85 Prozent gesteigert. Manager verbringen nun mehr Zeit damit, Teams zu führen und Kunden zu betreuen – und deutlich weniger damit, Dienstpläne per Copy-and-Paste zu erstellen oder nicht erschienenen Bewerbern nachzugehen.
Ein ähnlicher Wandel vollzieht sich im Finanz- und Rechnungswesen.
Bei Snowflake investierte das Finanzteam früher enorme Energie in Data Wrangling und manuelle Abstimmungen zwischen verschiedenen Geschäftseinheiten und Systemen. „Heute brauchen wir Wochen statt Monate, um neue Geschäftseinheiten und Mitarbeiter einzuarbeiten.“ Weil KI in die Arbeitsabläufe eingebettet ist, kann sich das Team auf strategische, wertschöpfende Entscheidungen konzentrieren, statt Zahlen manuell zusammenzuführen.
In beiden Beispielen ist KI kein Nebenprojekt, das in einem separaten Tab läuft. Sie ist fest in die Kernabläufe integriert, die den Arbeitsalltag bestimmen.
Jon Reed von Diginomica bestätigt: „Die Einbettung von KI in Kernprozesse ist nichts, was die meisten Unternehmen allein bewältigen können. Kontextbezogene, erklärbare KI-Architekturen, die auf einer verlässlichen organisatorischen Grundlage aufbauen, sind schwer zu entwickeln und zu warten. Erfolgreich sind derzeit jene Unternehmen, die bereits mit einem vertrauenswürdigen Anbieter arbeiten, der diese Prozesse auf einer modernen Plattform bereitstellt.“
Genau das beginnt, die Produktivitätssteuer abzutragen: kein weiteres Pilotprojekt, keine weitere experimentelle Funktion, sondern eine Veränderung dessen, wo und wie Wert im Unternehmen tatsächlich entsteht.