Schon seit den 1960ern wird an KI-Agenten geforscht, wobei ein breites Funktionsspektrum abgedeckt wurde: Wer die verschiedenen Arten von Agenten kennt, kann besser einschätzen, wie sie sich gezielt für konkrete geschäftliche Herausforderungen einsetzen lassen. Hier einige Beispiele:
Reaktive Agenten: Das sind die einfachsten KI-Agenten: Sie arbeiten strikt nach vordefinierten Regeln. Sie reagieren auf bestimmte Situationen anhand dieser Regeln, lernen jedoch nicht dazu und passen sich nicht an. Ein typisches Beispiel ist ein Chatbot, der auf häufige Fragen mit vorformulierten Antworten reagiert.
Modellbasierte Agenten: Diese Agenten verfügen über ein „Modell“ ihrer Umgebung. So können sie die Folgen ihrer Handlungen vorhersagen und fundierter entscheiden. Im Handel könnte ein modellbasierter Agent etwa die künftige Nachfrage nach einem Produkt prognostizieren – gestützt auf historische Verkaufsdaten und aktuelle Markttrends.
Zielorientierte Agenten: Diese Agenten handeln auf Basis klar definierter Ziele. Sie planen und setzen Maßnahmen um, um diese Ziele zu erreichen – auch wenn dafür mehrere Schritte nötig sind oder sich Rahmenbedingungen ändern. So kann ein zielorientierter Agent eine Marketingkampagne optimieren, indem er Strategien in Echtzeit nachsteuert, um die Konversionsrate zu maximieren.
Nutzenorientierte Agenten: Diese Agenten gehen über das bloße Erreichen von Zielen hinaus. Sie maximieren eine bestimmte „Nutzenfunktion“, etwa Kundenzufriedenheit, Kosteneffizienz oder ein anderes messbares Ergebnis. Ein Beispiel wäre ein nutzenorientierter Agent im Gesundheitswesen, der Behandlungspläne erstellt, die Patientenversorgung verbessert und zugleich die Kosten senkt.
Lernende Agenten: Diese Agenten zählen zu den anspruchsvollsten. Sie sind lern- und anpassungsfähig. Dafür nutzen sie Machine-Learning-Algorithmen, analysieren Daten, erkennen Muster und steigern kontinuierlich ihre Performance. Ein lernender Agent kann etwa Empfehlungen personalisieren und seine Vorschläge fortlaufend anhand von Nutzerfeedback und -verhalten optimieren.
Kollaborative Agenten: Diese Agenten arbeiten im Team: Sie kommunizieren miteinander und koordinieren ihre Aktionen, um komplexe Probleme gemeinsam zu lösen. In einer Stadt könnten kollaborative Agenten zum Beispiel den Verkehrsfluss verbessern, indem jeder Agent eine Kreuzung steuert und sich mit benachbarten Kreuzungen abstimmt, um Staus zu reduzieren.
Aufgabenbasierte Agenten: Diese Agenten sind auf die Ausführung bestimmter Aufgaben – oft in einem spezifischen Fachbereich – ausgelegt. So lassen sich wiederholende oder komplexe Aufgaben automatisieren, sodass sich die Mitarbeiter auf andere Tätigkeiten konzentrieren können. Ein aufgabenbasierter Agent kann zum Beispiel Rechnungen bearbeiten, Termine planen oder große Datasets analysieren.
Rollenbasierte Agenten: Diese Agenten sind so konzipiert, dass sie die Mitarbeiter unterstützen. Sie verstehen die Feinheiten der jeweiligen Rollen, sodass sie spezifische Aufgaben und Verantwortlichkeiten übernehmen können. Ein rollenbasierter Agent für einen Vertriebsmitarbeiter könnte zum Beispiel die Dateneingabe automatisieren, Meetings planen und Kundeneinblicke liefern, sodass sich der Vertriebsmitarbeiter auf Beziehungsaufbau und Geschäftsabschlüsse konzentrieren kann.
Bei Workday haben wir das Potenzial von KI-Agenten bereits in Aktion gesehen. Unser Expense Agent ermöglicht es Mitarbeitenden beispielsweise, einfach ein Foto eines Belegs zu machen: Die KI liest die relevanten Angaben aus, erstellt automatisch eine Kostenposition und ordnet sie der richtigen Spesenabrechnung zu. Dies reduziert manuelle Dateneingaben, reduziert die Fehlerquote und spart Mitarbeitenden wertvolle Zeit.
Ein weiteres gutes Beispiel ist unser Agent für die Nachfolgeplanung: Er analysiert Mitarbeiterdaten, Kompetenzen und Performance, um Talente mit hohem Potenzial für künftige Führungsaufgaben zu identifizieren. Zudem kann er personalisierte Entwicklungspläne erstellen, damit sich diese Mitarbeiter gezielt auf den nächsten Karriereschritt vorbereiten können.
Auch unser Recruiting Agent geht über klassische Ansätze hinaus: Er unterstützt beim Kandidaten-Sourcing, automatisiert die Kontaktaufnahme und empfiehlt Spitzenkräfte. Dies vereinfacht den Einstellungsprozess, verkürzt die Besetzungsdauer und verbessert die Qualität der Einstellungen.
Das sind nur einige Beispiele dafür, wie KI-Agenten den Arbeitsalltag spürbar verbessern können. Da sich die Technologie kontinuierlich weiterentwickelt, dürfen wir mit weiteren innovativen Anwendungen rechnen – und mit neuen Dimensionen von Produktivität und Effizienz.