Das ultimative FP&A-Glossar

Möchten Sie mehr zur Bedeutung zentraler FP&A-Begriffe erfahren? In diesem Glossar finden Sie relevante Definitionen, mit denen Sie Ihr Wissen vertiefen können.

A

Buchungsabschluss (Abschluss, Monatsabschluss, Abschlussprozess) (Accounting Close)

Der Buchungsabschluss, auch Abschluss, Monatsabschluss oder Abschlussprozess genannt, bezeichnet eine monatliche Frist, nach der keine weiteren Buchungseingaben zu Konten erfolgen können. Nach dem offiziellen Monatsabschluss der Buchhaltung startet das FP&A-Team den Reporting- und Analyseprozess.

Eine Verbindlichkeit bezeichnet die Verpflichtung eines Unternehmens, seine kurzfristigen Schulden gegenüber Gläubigern zu begleichen.

Eine Forderung ist ein Geldbetrag, der einem Unternehmen aus bereits getätigten, aber noch nicht bezahlten Verkäufen geschuldet wird.

Der Debitorenumschlag ist eine Kennzahl, die Aufschluss darüber gibt, wie effizient ein Unternehmen seine Vermögenswerte (Assets) verwaltet. Sie gibt an, wie häufig im Jahr der durchschnittliche Debitorenbestand eingezogen wird.

Bei der Buchung nach dem Sollprinzip handelt es sich um eine Buchhaltungsmethode, bei der Erträge zum Zeitpunkt der Realisierung und Aufwendungen unmittelbar dann erfasst werden, wenn sie anfallen, d. h. unabhängig davon, wann die Zahlung erfolgt. Die daraus resultierende Gewinn- und Verlustrechnung bildet die Rentabilität eines Unternehmens während einer bestimmten Zeitperiode effektiver ab.

Die Einzugsliquidität (Quick Ratio) ist ein Indikator dafür, ob ein Unternehmen über genügend kurzfristige Vermögenswerte zur Deckung sofortiger Verbindlichkeiten verfügt. Die Quick Ratio lässt sich berechnen, indem man die liquide Mittel bzw. Umlaufvermögen (Barmittel und Mittel, die sich leicht in Barmittel umwandeln lassen) durch die Summe aller kurzfristigen Verbindlichkeiten teilt.

Aktive Planung ist ein dynamischer und proaktiver Budgetierungsprozess, der sich durch Kooperation, Ganzheitlichkeit und Kontinuität auszeichnet. Ein aktiver Planungsprozess bietet umfassende Einblicke in die betriebliche Performance, liefert zuverlässige Zahlen, ermöglicht datengestützte Entscheidungen und erhöht die Akzeptanz und Verantwortlichkeit im gesamten Unternehmen. Aktive Planung erfordert eine benutzerfreundliche, leistungsstarke und schnelle Planungssoftware. Fehlen diese drei Faktoren, ist das Unternehmen auf statische Pläne angewiesen, die unter Umständen veraltet und ungenau sind und nicht von allen Beteiligten unterstützt werden.

Aktivitätsbasierte Budgetierung ist eine Budgetierungsmethode, mit der bestimmt wird, durch welche Aktivitäten Kosten verursacht werden, in welchem Verhältnis diese zueinander stehen und welcher Anteil des Gesamtbudgets den einzelnen Aktivitäten zugeordnet (alloziert) werden soll.

Aktivitätsbasierte Kostenzurechnung ist eine üblicherweise in Fertigungsunternehmen angewendete Methode zur Zuordnung von Kosten zu Produkten, Services oder Kunden auf der Grundlage der damit verbundenen Aktivitäten und der durch diese Aktivitäten verbrauchten Ressourcen.

Aktivitätsbasierte Planung ist eine Unternehmensplanungsstrategie, bei der die Art und Menge der Aktivitäten ermittelt werden, die nötig sind, um den gewünschten Umfang an Waren und Dienstleistungen auf effiziente Weise zu produzieren bzw. zu erbringen.

Istzahlen sind die tatsächlichen Zahlen zu einem bestimmten Zeitpunkt im Gegensatz zu den budgetierten oder prognostizierten Zahlen (z. B. im laufenden Jahr erzielte Umsätze, Aufwendungen, versendete Einheiten usw.).

Allozierte Kosten sind Ausgaben, die in der Regel aus Gemeinkosten stammen. Diese Kosten müssen den verschiedenen Kostenstellen oder Abteilungen zugeteilt werden. Jedes Unternehmen legt seine eigene Methode fest, um diese Kosten anteilig den einzelnen Kostenstellen und/oder Konten zuzurechnen, die diese Ausgaben übernehmen müssen. Beispiele für solche allozierten Kosten sind Versorgungskosten, Aufwendungen für Einrichtungen und IT-Services.

Allokation bezeichnet die Verteilung von Erträgen oder Aufwendungen auf verschiedene Abteilungen, Bereiche, Regionen usw.

Ein Jahresbericht erfasst die Geschäftstätigkeiten eines Unternehmens für das jeweilige Jahr und beinhaltet eine Bilanz sowie eine Gewinn- und Verlustrechnung. Jahresberichte werden an die Aktionäre verteilt. In den USA wird der Jahresbericht auch als „10-K“ bezeichnet, benannt nach dem entsprechenden Formular, das bei der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht wird.

B

Bilanz

Eine Bilanz ist eine zusammenfassende Aufstellung sämtlicher Vermögenswerte (Assets) und Verbindlichkeiten sowie des Kapitals eines Rechtsträgers zu einem bestimmten Zeitpunkt. Zusammen mit der Kapitalflussrechnung und der Gewinn- und Verlustrechnung gehört sie zu den drei wichtigsten Finanzaufstellungen.

Die Vorsteuermarge bezeichnet das Verhältnis des Gewinns vor Steuern zum Nettoumsatz eines Unternehmens. Je höher die Vorsteuermarge, desto profitabler das Unternehmen.

Beim Benchmarking werden die Finanzkennzahlen eines Unternehmens mit den Werten seiner Branchenwettbewerber verglichen.

Bei der Break-even-Analyse (Deckungspunktanalyse) wird der Punkt bestimmt, an dem der Verkauf eines Produkts oder eines Service alle Aufwendungen deckt, aber noch keinen Gewinn abwirft.

Business Intelligence bezeichnet eine Reihe von Konzepten, Methoden und Instrumenten zur effizienten Identifizierung und Analyse von Daten mit dem Ziel, effektivere und fundiertere geschäftliche Entscheidungen zu treffen.

C

Kapitalbudget (Capital Budget)

Das Kapitalbudget bezeichnet die voraussichtlichen Investitionsaufwendungen eines Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum.

Investitionsaufwendungen sind Geldbeträge, die für den Erwerb, die Instandhaltung oder die Optimierung von Anlagevermögen oder anderen langfristigen Vermögenswerten (Assets) wie Grundstücken, Gebäuden und Gerätschaften aufgewendet werden. Diese Realisierung dieser Kosten wird vom Unternehmen durch Amortisierung oder Abschreibung über die Nutzungsdauer der neuen oder optimierten Assets verteilt. Für verschiedene Assetklassen gelten spezifische Regeln hinsichtlich der Ermittlung von Nutzungsdauer und Klassifizierung nach Maßgabe der Rechnungslegungsstandards nach US-GAAP.

Die Kapitalrationierung ist eine Methode zur Begrenzung der Neuinvestitionen eines Unternehmens mittels Ansetzen höherer Kapitalkosten für Investitionsüberlegungen oder Festlegen eines Maximums für bestimmte Teile eines Budgets.

Kapitalisierung bezieht sich auf die Summe aus dem Aktienwert eines Unternehmens, seinen langfristigen Verbindlichkeiten sowie Gewinnrücklagen.


Kapitalisierung bezeichnet außerdem einen Prozess, bei dem die Kosten eines Assets über dessen Lebensdauer verteilt werden, statt diese komplett bei der Zahlung zu verbuchen.

Die Kapitalisierungsquote vergleicht die langfristigen Verbindlichkeiten mit den langfristigen Verbindlichkeiten zuzüglich Eigenkapital, um zu ermitteln, in welchem Maß das Fremdkapital eines Unternehmens Betrieb und Wachstum unterstützt. Es handelt sich um eine primäre Kennzahl, die Aufschluss darüber gibt, wie stark fremdfinanziert ein Unternehmen mit seiner Schuldenstruktur ist.

Das Liquiditätsbudget bezeichnet die Summe der geplanten Mittelzuflüsse und -abflüsse sowie der voraussichtlichen Liquiditäts- und Darlehenssalden eines Unternehmens während einer bestimmten Zeitperiode.

Die Kapitalbindungsdauer gibt an, wie lange ein Unternehmen benötigt, um eingesetzte Ressourcen in positive Cashflows umzuwandeln. Mit dieser Kennzahl wird die Zeitspanne gemessen, in der der Nettoaufwand jeweils gebunden ist, bevor er in liquide Mittel umgewandelt wird. Beispiel: Wie lange dauert es, bis ein bestimmter Ausgabenbetrag für Rohstoffe in ein fertiges Produkt umgewandelt wird, das in den Bestand übernommen und dann schließlich an einen Kunden verkauft wird?

Die Cashflow-Prognose beschreibt den Prozess, mit dem die Liquiditätszuflüsse und -abflüsse eines Unternehmens für eine zukünftige Periode prognostiziert werden.

Der operative Cashflow ist der Nettobetrag der von einem Unternehmen erwirtschafteten liquiden Mittel, der ausschließlich mit den geschäftlichen Kerntätigkeiten erzielt wird. Der operative Cashflow umfasst keine nicht-operativen Posten wie die Veräußerung von Beteiligungen, Wertpapieren, Finanzinstrumenten oder sonstigem Anlagevermögen. Dieser Betrag errechnet sich aus der Addition von EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) und Abschreibungen, abzüglich Steuern und einschließlich Änderungen am Umlaufvermögen.

Eine Cashflow-Rechnung stellt eine Zusammenfassung der liquiden Mittel bereit, die von einem Unternehmen in einer bestimmten Zeitperiode erwirtschaftet oder verbraucht wurden. Zusammen mit der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung gehört sie zu den drei wichtigsten Finanzaufstellungen.

Der Cashflow-Break-even ist der Punkt, an dem die Erträge den fixen und variablen Kosten entsprechen, sodass die Summe der Mittelzuflüsse und -abflüsse gleich null ist.

Die Common-Size-Analyse ist eine Methode, bei der alle Werte als Prozentsatz eines Gesamtwerts dargestellt werden, um einen einfachen Vergleich zwischen Unternehmen oder zwischen Zeitperioden eines Unternehmens zu ermöglichen. So können F&E oder Vertrieb und Marketing beispielsweise als prozentualer Anteil am Ertrag verbucht werden.

Konsolidierung bezeichnet die Zusammenführung von Finanzaufstellungen verschiedener Unternehmen eines Konzerns, als ob es sich dabei um eine einzelne Einheit handelt. Dieser Prozess findet meist im Rahmen des Finanzabschlusses eines Unternehmens statt.

Corporate Performance Management (CPM) bezeichnet eine Kategorie von Finanz- und Analyse-Software, die die finanzbezogenen und operativen KPIs eines Unternehmens verfolgt und misst. CPM-Software bietet unter anderem den Vorteil, dass damit alle Aspekte der Finanzdatenanalyse, Budgetierung, Prognose, Dashboard-Erstellung und fundierten Entscheidungsfindung optimiert werden können. CPM wird auch als Enterprise Performance Management (EPM) und Business Performance Management (BPM) bezeichnet.

Kostenallokation bezeichnet die Zurechnung von Gemeinkosten zu verschiedenen Kostenstellen. Ein Unternehmen könnte beispielsweise die Kosten für ein teures Computersystem den drei internen Abteilungen zurechnen, die das System nutzen.

Eine Kostenstelle ist der Teil eines Unternehmens (in der Regel eine Abteilung), der nicht unmittelbar zum Gewinn beiträgt, aber dennoch Aufwendungen generiert und finanziert werden muss. Anders als Profitcenter, die durch ihre Geschäftstätigkeit unmittelbar Umsätze erwirtschaften, tragen Kostenstellen indirekt zur Umsatzgenerierung bei.

Kapitalkosten bezeichnen die Rendite, die ein Anleger hätte erzielen können, wenn er die gleichen Mittel in eine andere Anlage mit gleichem Risiko investiert hätte. Mit dieser Kennzahl lassen sich die Opportunitätskosten einer Investition ermitteln.

Anhand der Kosten/Volumen/Gewinn-Analyse (KVG) lässt sich bestimmen, wie viele Einheiten einer Ware verkauft werden müssen, um die Kosten zu decken (Break-even oder Deckungspunkt) oder einen Gewinn zu erwirtschaften.

Die Umsatzkosten (Cost of goods sold, COGS) bezeichnen die Gesamtkosten, die einem Unternehmen für die Herstellung und den Verkauf eines Produkts oder Service in einer bestimmten Zeitperiode entstehen. Die COGS umfassen beispielsweise nicht nur die Kosten für Rohmaterialien und Fertigung, sondern auch die Kosten für den Verkauf des fertigen Produkts – z. B. die Verkaufsprovision eines Vertriebsmitarbeiters.

Das Gegenparteirisiko ist das Risiko, das beide Vertragsparteien tragen für den Fall, dass die jeweils andere Partei nicht wie vereinbart zahlt oder andere vertraglich vereinbarte Pflichten nicht erfüllt.

Customer Relationship Management (CRM) bezeichnet die Erfassung und Analyse von Kundendaten zwecks Vertrieb, Marketing und Kundenservice zur Ermittlung der tatsächlichen und potenziellen Kundenanforderungen, damit das Unternehmen diesen gerecht werden kann. Eine CRM-Lösung ist eine Software, die Interaktionen mit Kunden und deren Kontenverläufe an einem zentralen Ort verwaltet, verfolgt und speichert.

D

Debt Equity Ratio (Verschuldungsgrad)

Beim Debt Equity Ratio wird der Verschuldungsgrad eines Unternehmens daran gemessen, wie viel Fremdkapital es zur Finanzierung seiner Vermögenswerte im Verhältnis zum Eigenkapital einsetzt. Zur Berechnung dieser Quote wird die Summe der Passiva durch das Eigenkapital geteilt.

Beim Debt Ratio wird der Verschuldungsgrad eines Unternehmens anhand des Verhältnisses der Summe der Passiva zur Summe des Anlagevermögens bestimmt. Anhand dieser Quote wird festgestellt, wie solvent ein Unternehmen ist und wie gut es seine Verbindlichkeiten und Aufwendungen mit dem vorhandenen Vermögen decken kann.

Der diskontierte Cashflow stellt den Versuch dar, alle zu erwartenden, zukünftigen Erträge und Aufwendungen zu berücksichtigen und damit den Barwert zu ermitteln. Dieser Indikator ist in der Regel ein Datenpunkt innerhalb einer Gesamtanalyse zur Projektdurchführbarkeit. So lässt sich bestimmen, wie lukrativ eine potenzielle Investition ist. Die Anwendung unterscheidet sich je nach Unternehmen, doch sehr oft wird diese Methode angewandt, um Projekte über das Projektportfolio des Unternehmens hinweg zu bewerten.

Treiberbasierte Planung bezeichnet eine Planungsmethode, bei der die finanzielle Performance anhand von Variablen und Formeln in Modellen prognostiziert wird, die signifikante Auswirkungen auf das Kernfinanzergebnis des Unternehmens haben.

E

Earnings Before Interest and Taxes (EBIT)

Das EBIT ist ein Indikator für die Rentabilität eines Unternehmens vor Zinsen und Steuern.

Das EBITDA ist eine Finanzkennzahl zur Ermittlung des Gewinns eines Unternehmens vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisierung. Damit lassen sich die Rentabilität und Performance verschiedener Unternehmen und Branchen analysieren und vergleichen, da die Auswirkungen von Finanz- und Buchhaltungsentscheidungen nicht in die Berechnung einfließen.

Das Economic Attributes Framework ist eine Methode zur Bewertung der Wertschöpfung auf Branchenebene, bei der die besonderen Merkmale makroökonomischer Faktoren wie Angebot, Nachfrage, Marketing und Finanzierung untersucht werden.

Der effektive Körperschaftsteuersatz ist der durchschnittliche Prozentsatz, gemessen am Vorsteuergewinn, den ein Unternehmen an Steuern gezahlt hat. Zur Berechnung des effektiven Körperschaftsteuersatzes wird der Vorsteuergewinn einfach durch den entrichteten Steuerbetrag geteilt.

Enterprise Resource Planning bezeichnet eine Kategorie von Unternehmenssoftware, die üblicherweise die Kernfunktionen von Buchhaltung, Personalmanagement und Fertigung vereint, um Daten aus dem gesamten Unternehmen zu zentralisieren und so die Effizienz zu steigern. Viele ERP-Anbieter bieten darüber hinaus zusätzlichen Support für weitere Abteilungen (z. B. Logistik, CRM und Reporting). Lösungen dieser Art reichen jedoch in der Regel nicht an den Funktionsumfang oder die Ausgereiftheit speziell konzipierter Softwareanwendungen (auch „Best-of-Breed-Lösungen“) heran.

Das Ereignisrisiko beschreibt die Möglichkeit, dass ein unerwartetes Ereignis wie eine Naturkatastrophe oder eine große externe Investitionsmaßnahme (z. B. eine Übernahme) die Fähigkeit eines Unternehmens beeinträchtigt, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

Der Erwartungswert ist der Wert eines zu erwartenden Projekts oder einer Investition, der durch Addition verschiedener möglicher Ergebnissummen, multipliziert mit der Wahrscheinlichkeit des jeweiligen Ergebnisses, berechnet wird. Es handelt sich hierbei um eine gängige Methode, um Risikobewertungen in den voraussichtlichen ROI einer Investition einzubeziehen.

Aufwendungen sind die Kosten, die einem Unternehmen im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit entstehen. Es gibt verschiedene Arten von Aufwendungen: fixe und variable, direkte und indirekte sowie operative und nicht operative Aufwendungen.

F

Finanzabschluss

Der Finanzabschluss ist ein Finanzprozess, der nach dem Abschluss aller zugehörigen Transaktionen und der Finalisierung aller zugeordneten Konten erfolgt. Nach dem Finanzabschluss sollte es keine weiteren Anpassungen mehr geben und die entsprechenden Kennzahlen können sicher für Reportingzwecke verwendet werden. Siehe auch Buchungsabschluss.

Ein Finanzplan ist ein Finanzmodell, das die aktuelle und zukünftige Finanzlage eines Unternehmens beschreibt und prognostiziert. Dabei werden die voraussichtlichen Vermögenswerte und Cashflows anhand der bekannten Variablen und Annahmen kalkuliert.

Finanzplanung und -analyse (FP&A) ist der Oberbegriff für die Planungs-, Prognose-, Budgetierungs- und Analyseaktivitäten, durch die die finanzielle und strategische Integrität eines Unternehmens gewährleistet wird.

Finanzreporting bezeichnet den Prozess der Bereitstellung von Informationen zu Finanzlage, operativer Performance und Cashflow eines Unternehmens für eine bestimmte Periode. Bei börsennotierten Unternehmen kann dies die Erstellung und Einreichung von Dokumenten wie „10-K“ (Jahresbericht) und „10-Q“ (Quartalsbericht) bei den entsprechenden Behörden beinhalten.

Ein Geschäftsjahr (GJ) ist eine 12-monatige Periode, die Buchhaltungszwecken und der Vorbereitung von Finanzaufstellungen dient. Das Geschäftsjahr wird von dem jeweiligen Unternehmen festlegt und entspricht nicht zwingend einem Kalenderjahr. Die US-amerikanische Steuerbehörde (Internal Revenue Service, IRS) stellt es Unternehmen frei, Steuern auf der Grundlage des Kalenderjahres oder ihres jeweiligen Geschäftsjahres zu zahlen.

Das Anlagevermögen bezeichnet langfristige Vermögenswerte (Assets) oder Eigentum, die zur Produktion von Waren oder Services eingesetzt werden und nicht ohne Weiteres in liquide Mittel umgewandelt werden können (illiquide Mittel). Zum Anlagevermögen zählen etwa Grundstücke, Gebäude, Gerätschaften oder Maschinen. Darüber hinaus gibt es Anlagevermögen, das nicht direkt immateriell ist, wie Patente, Warenzeichen und Markenwerte.

Fixkosten sind Kosten, die sich nicht verändern, unabhängig davon, ob die Menge der produzierten und/oder verkauften Waren oder Services steigt oder sinkt. Sie stehen im Gegensatz zu den variablen Kosten.

Prognosen bezeichnen einen Prozess, der dazu dient, zukünftige Erträge und Kosten auf Basis vergangener, aktueller und voraussichtlicher Änderungen an den Finanzdaten und -bedingungen vorherzusagen. Die Prognoseerstellung ist ein Kernprozess von FP&A, bei dem Unternehmen regelmäßig eine Vorhersage der zukünftigen Finanzlage erstellen, um fundierte Entscheidungen in Bezug auf die Kapitalbildung und -allokation zu treffen.

Mit dem freien Cashflow wird die finanzielle Performance eines Unternehmens anhand der erwirtschafteten Mittel gemessen. Zur Berechnung dieses Werts werden die Kapitalaufwendungen vom operativen Cashflow abgezogen. Der freie Cashflow ist ein äußerst nützlicher Indikator zur Bewertung der tatsächlichen Rentabilität eines Unternehmens. Er ist schwerer zu manipulieren und wesentlich aussagekräftiger als die üblicherweise verwendeten Kennzahlen wie der Überschuss.

Mitarbeiterkapazität (MK) ist eine Kennzahl für die von einem Mitarbeiter auf Vollzeitbasis gearbeiteten Stunden. Beispielsweise entsprechen zwei Auftragnehmer mit einer Wochenarbeitszeit von jeweils 20 Stunden einer Mitarbeiterkapazität von 1 (unter Annahme einer 40-Stundenwoche).

G

Hauptbuch (General Ledger)

Das Hauptbuch ist ein Buchhaltungsverzeichnis, in dem alle Finanztransaktionen eines Unternehmens zentral erfasst werden. Hauptbücher werden zunehmend auf cloudbasierte Software umgestellt, damit Anwender jederzeit auf die Informationen zugreifen können und die Integration mit anderen Transaktionslösungen erleichtert wird.

Governance ist ein System von Regeln und Praktiken, das die Rechenschaftspflicht, Transparenz und Fairness gegenüber allen Stakeholdern im Unternehmen bzw. allen an einem Projekt Beteiligten gewährleisten soll. Corporate Governance bezieht sich meist auf den Kontrollprozess, der vom Vorstand des Unternehmens beaufsichtigt wird. Häufig umfasst der Begriff Governance allerdings eine Vielzahl von Aspekten eines Unternehmens, z. B. die Regulierung eines IT-Großprojekts oder einer anderen bedeutenden Investition.

Der Bruttogewinn ist der Gewinn, den ein Unternehmen nach Abzug der direkten (variablen) Kosten im Zusammenhang mit der Fertigung, dem Vertrieb und dem Verkauf eines Produkts erzielt. Er wird berechnet, indem die Umsatzkosten vom Gesamtertrag des Unternehmens subtrahiert wird, wobei indirekte Kosten wie Steuern, Schuldzinsen oder andere Gemeinkosten nicht einkalkuliert werden.

Die Bruttogewinnmarge (auch Bruttomarge) bezeichnet das Verhältnis von Bruttogewinn zu Ertrag. Sie ist ein Indikator für die potenzielle Rentabilität eines Postens, wobei ermittelt wird, wie viel zusätzlicher Gewinn mit einem bestimmten zusätzlich erwirtschafteten Ertrag erzielt wird.

Der Bruttoumsatz ist der Gesamtertragsbetrag, der mit sämtlichen Verkaufsaktivitäten eines Unternehmens erzielt wird.

H

Human Capital Management (HCM)

Human Capital Management (HCM) widmet sich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als wichtige Assets eines Unternehmens. Das Konzept umfasst Akquise, Weiterbildung, Management und Bindung dieser Assets, damit sie dem Unternehmen zukünftige Vorteile und Effizienzgewinne sichern können. Mit HCM-Software lassen sich HR-Funktionen wie Entgeltabrechnung, Weiterbildung, Talentmanagement und Nachfolgeplanung automatisieren oder erweitern.

I

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte sind nicht physische Assets mit einer angenommenen Nutzungsdauer von mehr als einem Jahr, z. B. geistiges Eigentum, Geschäftswert, Geschäftsgeheimnisse und Markenbekanntheit eines Unternehmens.

Mit dem Zinsdeckungsgrad, auch Zinslastquote genannt, wird ermittelt, ob ein Unternehmen in der Lage ist, die zur Erfüllung seiner Verpflichtungen erforderlichen Zinszahlungen zu leisten. Zur Berechnung des Zinsdeckungsgrads wird der Zinsaufwand durch das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) für eine bestimmte Periode – in der Regel ein Jahr – geteilt.

Der interne Zinsfuß (IZF) ist eine Kennzahl zur Ermittlung der voraussichtlichen Rendite einer Investition im Verhältnis zu den Kapitalkosten eines Unternehmens. Diese gibt den Zinssatz an, der für eine Investition gelten müsste, um einen Ausgleich mit dem Barwert aller prognostizierten Cashflows für ein Projekt zu erreichen. Ist der IZF positiv, übersteigt das Projekt die risikobereinigten Kapitalkosten. Ist er negativ, lassen sich die risikobereinigten Kapitalkosten darüber nicht decken (d. h., eine andere Investition ist in der Regel sinnvoller.)

Eine Investition beschreibt den möglichst effizienten Einsatz von Geldmitteln mit dem Ziel, maximale Rendite zu erzielen.

K

Key Performance Indicator (KPI)

Ein Key Performance Indicator (KPI), auch Leistungskennzahl genannt, ist ein Indikator zur Bewertung der Faktoren, die für den Erfolg eines Unternehmens entscheidend sind. KPIs können je nach Unternehmen unterschiedlich sein, stellen jedoch die wichtigsten Indikatoren zur Bewertung der Performance und Integrität eines Unternehmens dar. Häufig werden diese KPIs mittels Datenvisualisierungssoftware in Form eines Dashboards dargestellt, das an wichtige Stakeholder weitergegeben wird. Leistungskennzahlen werden in der Regel über einen bestimmten Zeitraum hinweg verfolgt, um Trends zu ermitteln und einen Vergleich mit der laut Unternehmensplan erwarteten Performance zu ermöglichen.

L

Spätindikator (Lagging Indicator)

Ein Spätindikator ist eine Aktivität oder ein Ereignis, das einen aussagekräftigen Messwert für vergangene (in der Regel wirtschaftliche) Aktivität liefert. Diese Kennzahl kann erst nach Abschluss der Aktivität oder des Ereignisses gemessen werden. So gilt beispielsweise ein Gehaltszuwachs als Spätindikator für Wirtschaftswachstum, da er üblicherweise nur bei einem konjunkturellen Aufschwung stattfindet, wenn die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt. Dies wiederum erhöht den Preisdruck auf die Löhne, da der Wettbewerb um begrenzte Arbeitskräftereserven zunimmt.

Ein Frühindikator ist eine Aktivität oder ein Ereignis, das einen aussagekräftigen Messwert oder ein Signal für zukünftige (in der Regel wirtschaftliche) Aktivität liefert. So gilt beispielsweise der Wert von an der Börse gehandelten Aktien häufig als Frühindikator, da die Aktienkurse auf den voraussichtlichen zukünftigen Gewinnen eines Unternehmens basieren. Ein steigender Aktienkurs ist ein Frühindikator für ein erwartetes zukünftiges Wachstum dieses Unternehmens.

Als langfristige Verbindlichkeiten gelten die finanziellen Verpflichtungen (meist Schulden) eines Unternehmens, die nicht innerhalb eines Jahres gezahlt werden.

Langfristige Vermögenswerte sind Assets, die nicht innerhalb eines Jahres nach dem Bilanzstichtag in liquide Mittel umgewandelt werden können. Beispiele für langfristige Vermögenswerte sind mehrjährige Immobilienmietverträge, Immobilienbesitz, langfristige Wertpapiere und Betriebsanlagen.

M

Modellierung

Modellierung beschreibt den Prozess, bei dem die Auswirkungen bestimmter Variablen auf das Finanzergebnis simuliert werden, um bessere finanzielle Entscheidungen zu treffen. Dieser Prozess ist ein wichtiger Bestandteil der treiberbasierten Prognose, bei der die Kernelemente eines Geschäftsprozesses zur Modellierung und Schätzung der zukünftigen Performance der jeweiligen Geschäftsfunktion eingesetzt werden.

Modified Cash Basis Accounting ist eine hybride Buchhaltungsmethode, die Elemente aus der periodengerechten Buchführung und der Einnahmenüberschussrechnung vereint. Nach dem Cash Basis-Prinzip werden kurzfristige Posten zum Zeitpunkt des Erhalts der Einnahme bzw. der Zahlung der Ausgabe erfasst. Langfristige Bilanzposten wie langfristige Verbindlichkeiten und Anlagevermögen werden hingegen nach dem Prinzip der Periodenabgrenzung verbucht, nach dem Abschreibungen und Amortisationen im Zeitverlauf rückgestellt werden.

N

Überschuss (Net Income)

Der Überschuss oder Nettogewinn bezeichnet den Ertrag eines Unternehmens abzüglich der Gesamtkosten aus allgemeiner Geschäftstätigkeit (direkte und indirekte Kosten, Kapitalkosten, Finanzierung und Abschreibungen), Aufwendungen und Steuern. Diese Kennzahl gibt an, wie viel Gewinn das Unternehmen erwirtschaftet hat, wenn man sowohl operative als auch nicht operative Aspekte berücksichtigt.

Der Überschuss vor Steuern (auch Gewinn vor Steuern genannt) ist der Gewinn eines Unternehmens ohne Körperschaftsteuer. Es lässt sich auf zweierlei Weise berechnen. Bei der ersten Methode werden sämtliche Erträge aus allen Quellen summiert. Von diesem Ergebnis werden dann alle Aufwendungen mit Ausnahme von Steuern abgezogen. Bei der zweiten Methode wird die entrichtete Körperschaftsteuer zum Überschuss addiert.

Der Nettobarwert (auch Kapitalwert oder Nettogegenwartswert) ist eine Kennzahl zur Bewertung der Rentabilität einer Investition oder eines Projekts. Zur Berechnung wird der Barwert zukünftiger Mittelabflüsse vom Barwert zukünftiger Mittelzuflüsse abgezogen. Zur Kalkulation des Barwerts der Mittelzuflüsse und -abflüsse muss ein Abzinsungssatz angewendet werden. Es gibt verschiedene Varianten dieser Formel, doch eine der gängigsten ist: NBW = BW (Mittelzuflüsse) – BW (Mittelabflüsse).

O

Operative Aufwendungen (Operating Expenditures, OPEX)

Operative Aufwendungen sind die laufenden Kosten des Geschäftsbetriebs. Dazu zählen etwa Gehälter, Betriebskosten, Provisionen, Mitarbeiterzusatzleistungen und Bestandsverwaltung. Diese Aufwendungen werden in voller Höhe zum Zeitpunkt ihres Entstehens verbucht. Damit unterscheiden sie sich von den Investitionsaufwendungen (CAPEX), die aktiviert und über die Nutzungsdauer der erworbenen Ware oder des Service abgeschrieben oder amortisiert werden.

Die Umsatzrendite (oder auch Gewinnspanne) ist der Betrag des Ertrags, der übrig bleibt, wenn alle variablen Kosten für Herstellung, Vertrieb und Verkauf bezahlt sind. Anhand der Umsatzrendite lässt sich feststellen, wie effizient ein Unternehmen wirtschaftet, d. h., wie viel Gewinn ein bestimmter Umsatzbetrag erzielt. Zur Berechnung der Umsatzrendite wird der operative Gewinn durch den Nettogesamtumsatz für eine bestimmte Periode geteilt.

Gemeinkosten sind die indirekten und alle sonstigen Fixkosten im Zusammenhang mit der allgemeinen Geschäftstätigkeit, die nicht direkt der Fertigung eines Produkts oder der Bereitstellung eines Service zuzuschreiben sind. Gemeinkosten werden üblicherweise einem Projekt, einer Produktlinie, einer Abteilung oder einem Geschäftsbereich zugeordnet.

P

Periode

Eine Berichtsperiode ist eine bestimmte Zeitdauer, die durch eine Finanzaufstellung oder einen Finanzbericht abgedeckt wird – beim internen Reporting in der Regel ein Monat oder Quartal und beim externen Reporting ein Jahr. Die Periode in einer Finanzaufstellung richtet sich normalerweise nicht nach dem Kalenderjahr, sondern nach dem Geschäftsjahr eines Unternehmens.

Periodenkosten sind alle Kosten, die nicht einem bestimmten Produkt oder Bestand zugerechnet werden können. Periodenkosten werden in der Periode, in der sie anfallen, auf einem Aufwandskonto verbucht und sind in der Regel im Abschnitt „Vertriebs-, Verwaltungs- und Gemeinkosten (VVG)“ der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

Die Branchenstrukturanalyse oder das Fünf-Kräfte-Modell nach Porter ist ein makroökonomisches Analyse-Framework zur Bewertung der Auswirkungen äußerer Kräfte auf den Wettbewerb in einer Branche. Diese Kräfte sind die Bedrohung durch Ersatzprodukte (Substitution), die Bedrohung durch neue Anbieter, die Verhandlungsstärke der Lieferanten, die Verhandlungsstärke der Abnehmer und die Rivalität unter den Wettbewerbern. Das Modell wurde 1979 von Michael E. Porter, Dozent an der Harvard University, entwickelt.

Der Barwert (PV) ist der aktuelle Wert einer zukünftigen Geldsumme oder eines künftigen Zahlungsstroms, abgezinst nach Maßgabe der voraussichtlichen Rendite (die in der Regel den Kapitalkosten entspricht). Je höher der Abzinsungssatz ist, desto niedriger fällt der Barwert der zukünftigen Cashflows aus.

Der lateinische Begriff „pro forma“ bedeutet „vorläufig“. Eine Proformarechnung ist dementsprechend ein Finanzbericht oder eine Finanzaufstellung, der oder die historische Werte mit Schätzwerten für zukünftige oder hypothetische Ereignisse und Bedingungen kombiniert. Es handelt sich also um eine What-If-Analyse oder eine simulierte Art des Finanzberichts. Proformarechnungen werden oft erstellt, um die möglichen Auswirkungen zukünftiger Ereignisse auf das Finanzergebnis eines Unternehmens besser einschätzen zu können.

Eine Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ist eine Finanzaufstellung mit einer Übersicht über die Finanz-Performance. Darin sind die Umsätze, Kosten und Aufwendungen ausgewiesen, die während der jeweiligen Zeitperiode angefallen sind. Die GuV, auch Erfolgsrechnung genannt, gehört zu den drei primären Finanzaufstellungen, über die börsennotierte Unternehmen den Aktionären und Aufsichtsbehörden Bericht erstatten müssen.


Im betriebswirtschaftlichen Kontext bedeutet eine GuV mitunter, dass jemand die operative und finanzielle Verantwortung für eine Abteilung, eine Produktlinie oder einen anderen Geschäftsbereich trägt, der für die Umsatzgenerierung zuständig ist.

Profitcenter sind Abteilungen, Bereiche, Einheiten oder Gruppen innerhalb eines Unternehmens, die dafür verantwortlich sind, durch ihre Geschäftstätigkeit Gewinn zu erzielen. Sie werden wie ein eigener Geschäftsbereich innerhalb des Unternehmens behandelt, dessen Erträge, Aufwendungen und Gewinn separat bestimmt werden. Die Leitung eines Profitcenters hat in der Regel die Budgetkontrolle und den Ermessensspielraum, innerhalb des Profitcenters alle zur Gewinnerzielung erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen.

Die Rentabilitätsanalyse kann in zwei Arten von Reporting unterteilt werden. Dabei geht es jeweils um die Frage, wie effektiv ein Projekt, Produkt oder Unternehmen Gewinn generiert. Die interne Rentabilitätsanalyse untersucht die zugrunde liegenden Segmente oder Faktoren, die als primäre Treiber der Rentabilität gelten. Anhand einer solchen Analyse kann beispielsweise ermittelt werden, welches Kundensegment für ein Unternehmen am profitabelsten ist. Bei der externen Rentabilitätsanalyse werden anhand verschiedener Kennzahlen die Gewinne eines Unternehmens ins Verhältnis zu seinen Erträgen, Vermögenswerten (Assets) und Investitionen gesetzt. So lässt sich feststellen, wie effizient ein Unternehmen im Vergleich zu seinen Mitbewerbern oder seinen eigenen Opportunitätskosten Gewinne generiert.

Rentabilitätskennzahlen sind bestimmte Indikatoren, die darauf schließen lassen, wie effektiv ein Unternehmen Erträge generieren kann, gemessen an den Aufwendungen, der Finanzierung und anderen relevanten Kosten. Die gängigsten Rentabilitätskennzahlen sind:

  • Gesamtkapitalrentabilität (Return on Assets, ROA)
  • Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity, ROE)
  • Rendite aus investiertem Kapital (Return on Capital Employed, ROCE)
  • Nettoumsatzrendite
  • Bruttomargenverhältnis

Q

Qualitative Evaluierung

Die qualitative Bewertung ist eine Methode zur Investitionsbewertung, bei der weiche Kennzahlen und immaterielle Anlagewerte anstelle von Modellen und Messungen zum Einsatz kommen. Beispielsweise ließe sich ein mögliches Projekt anhand einer Analyse evaluieren, wie gut es den Kernkompetenzen eines Unternehmens entspricht, statt lediglich die prognostizierte finanzielle Projektrendite zu berücksichtigen.

R

Erforderliche Rendite (Required Rate of Return)

Die erforderliche Rendite ist die Mindestrendite, die ein Investor für eine Investition in ein Projekt oder Unternehmen akzeptiert. Ist die voraussichtliche Rendite einer Investition geringer als die erforderliche Rendite, wird der potenzielle Investor Abstand von der Investition nehmen. Investoren berechnen die erforderliche Rendite, indem sie gewöhnlich einen Aufschlag für erwartete Risiken zum aktuellen Zinssatz einer risikofreien Anlage (US-Staatsanleihen) addieren.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sind Ausgaben innerhalb eines Unternehmens, die mit der Herstellung und Optimierung von Produkten und Services basierend auf Forschungsstudien, Versuchen sowie deren Anwendung auf die erwarteten Kundenbedürfnisse verbunden sind. F&E-Aufwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen und zusammen mit den Vertriebs-, Verwaltungs- und Gemeinkosten vom Bruttogewinn abgezogen, um das Betriebsergebnis zu berechnen.

Gewinnrücklagen sind vom Unternehmen erwirtschaftete Gewinne, die nicht an die Aktionäre ausgezahlt werden. Stattdessen werden sie vom Unternehmen als Reserve zur Tilgung von Verbindlichkeiten oder als Reinvestition in das Unternehmen einbehalten. Gewinnrücklagen sind eine Komponente des Eigenkapitals, die in der Bilanz ausgewiesen wird.

Die Gesamtkapitalrentabilität gibt an, wie profitabel ein Unternehmen im Verhältnis zu den durch Fremd- und/oder Eigenkapital finanzierten Ressourcen ist. Zur Berechnung dieser Kennzahl wird der Nettogewinn durch das Anlagevermögen dividiert.

Die Rendite aus investiertem Kapital ist eine Kennzahl zur Bewertung der Effizienz und Rentabilität der Kapitalinvestitionen eines Unternehmens. ROCE wird berechnet, indem man das EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) und den Wert des Gesamtvermögens abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten dividiert.

Die Eigenkapitalrendite ist der erwirtschaftete Gewinn, der auf das Eigenkapital aufgeschlagen wird. Diese Kennzahl gibt Aufschluss darüber, wie effizient ein Unternehmen aus Aktionärssicht Renditen erzielt. Sie errechnet sich aus der Division des Nettogewinns und des Eigenkapitals.

Der Ertrag ist der Geldbetrag, den ein Unternehmen mit Waren oder Services erwirtschaftet, die in einer bestimmten Periode hergestellt bzw. erbracht werden. Dies wird auch als „Umsatz“ bezeichnet. Die Begriff „Einkommen“ oder „Einnahmen“ werden gelegentlich ebenfalls in diesem Sinne verwendet, beziehen sich in der Finanzanalyse aber üblicherweise auf den Wert, der nach Abzug einiger oder aller Ausgaben vom Umsatzwert übrig bleibt.

Die Risikobereitschaft bezieht sich auf den Grad und die Art des Risikos, das Unternehmen bereit sind einzugehen, um ihre finanzwirtschaftlichen Ziele zu erreichen.

Mit der Risikoformel wird die Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses und seine Folgen gemessen. Dies geschieht durch Multiplikation des Vermögenswerts mit dem Ergebnis der Bedrohungsbewertung und der Schwachstellenbewertung. Wenn ein Szenario beispielsweise mit 10-prozentiger Wahrscheinlichkeit eintritt und das Unternehmen 100.000 USD kosten würde, beträgt das Ereignisrisiko 10 % x 100.000 $ = 10.000 $.

Risikomanagement bezeichnet die Praktik der Identifizierung, Evaluierung, Quantifizierung und Management der Risiken für ein Unternehmen. Dabei wird anerkannt, dass sich Risiken niemals vollständig vermeiden lassen. Stattdessen müssen sie so gemanagt werden, dass das Unternehmen in der Lage ist, unnötige Risiken zu minimieren und Risiken nur im Rahmen einer fundierten Entscheidungsmethodik einzugehen.

Eine rollierende Prognose ist eine Schlüsselkomponente der kontinuierlichen Planung. Anders als Prognosen, die nur bis zum Ende der aktuellen Finanzperiode oder des aktuellen Jahres reichen, liefert die rollierende Prognose einen Ausblick auf eine feste Anzahl zukünftiger Zeitperioden, z. B. 12 bis 18 Monate. Die meisten rollierenden Prognosen konzentrieren sich auf wichtige Geschäftstreiber, statt sämtliche mögliche Positionsposten eines traditionellen Budgets abzudecken. Sie sind gut geeignet, um die Agilität und Genauigkeit der Entscheidungsprozesse im Unternehmen zu verbessern.

S

Szenarioplanung

Die Szenarioplanung ist eine Planungsmethode, bei der die Ergebnisse eines Finanzmodells basierend auf der Anwendung verschiedener Umstände auf das Modell analysiert werden. Sie ist sehr hilfreich bei der Durchführung von What-If-Analysen und vermittelt bessere Einblicke bezüglich der Sensivität eines Modells gegenüber Änderungen bei Eingaben oder Annahmen.

Der Projektumfang definiert Ergebnis, Zeitplan und Ressourcenbeschränkungen eines Projekts. Ein häufiges Problem ist die schleichende Ausweitung des Projektumfangs; dabei werden die Grenzen des Projekts durch zusätzliche Anforderungen nach und nach ausgedehnt.

Vertriebs-, Verwaltungs- und Gemeinkosten sind alle Kosten, ausgenommen Zinsen und Einkommensteuer, die nicht mit der Herstellung und dem Vertrieb einer Ware oder eines Service verbunden sind.

Bei der Sensitivitätsanalyse handelt es sich um eine Methode, mit der geprüft und evaluiert wird, inwiefern sich das Ergebnis eines Modells bei variierenden Eingaben oder Annahmen ändert. Diese Methode erweist sich als hilfreich bei der Szenarioplanung und What-If-Analyse, um die mögliche Spannbreite der Ergebnisse für ein Projekt oder die Finanz-Performance eines Unternehmens zu bestimmen.

Die Eigenkapitalveränderungsrechnung ist eine Finanzaufstellung, die die Auswirkungen von Nettogewinn, gezahlten Dividenden oder Aktienrückkäufen auf das Eigenkapital aufzeigt.

Statische Planung bezeichnet einen konventionellen Budgetierungs-, Prognose- und Modellierungsansatz. Das Resultat sind Pläne, denen es häufig an Akzeptanz, Genauigkeit und Aktualität mangelt. Unternehmen mit einem statischen Planungsansatz fällt es oft schwer, die strategischen und dynamischen Geschäftsanforderungen zu erfüllen, die zur Verbesserung des Finanz-Performance nötig sind.

Der gesetzliche Steuersatz bezeichnet die Abgabe auf den steuerpflichtigen Gewinn eines Unternehmens. Dieses entspricht dem Bruttoeinkommen abzüglich aller Abzüge für Arbeit, Material und Abschreibung von bilanziell aktivierbaren Assets.

Ein strategischer Plan ist ein Plan, der die Ziele des Unternehmens definiert und vorgibt, wie diese innerhalb eines bestimmten Zeitraums erreicht werden sollen.

T

Top-Down-Budgetierung

Bei der Top-Down-Budgetierung handelt es sich um eine Budgetierungs- und Planungsmethode, bei der ein übergeordnetes Budget festgelegt wird. Anschließend werden die Beträge auf einzelne Funktionen oder Abteilungen alloziert. Anhand des jeweils zugeteilten Geldmittelbetrags erstellt jede Abteilung dann ein detailliertes Budget. Die Top-Down-Budgetierung kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn die Finanzabteilung oder das Führungsteam ein bestimmtes Ertrags- oder Rentabilitätsziel erreichen muss und das Budget an dieser Zielvorgabe ausgerichtet werden soll.

Die Saldenbilanz ist eine Methode zur Prüfung der Zahlen am Ende einer Periode im Rahmen der doppelten Buchführung. Bei der Saldenbilanz werden Soll und Haben der Summenbilanz verrechnet. Im Idealfall erhält man als Gesamtwert null. Weicht dieser Wert von null ab, ist im Journaleingabesystem einen Fehler aufgetreten. Allerdings ist eine Saldenbilanz gleich null keine Garantie für ein fehlerfreies Journal. Sie zeigt lediglich an, dass die Verrechnung von Soll und Haben null ergibt.

U

Nicht allozierte Kosten (Unallocated Costs)

Nicht allozierte Kosten werden bei der Berechnung der Umsatzkosten (COGS) ausgeschlossen. Dabei handelt es sich um Kosten, die weder direkt der Fertigung, dem Verkauf oder der Bereitstellung einer Ware oder eines Service zugeordnet sind.

V

Werttreiberbaum (Value Driver Tree)

Ein Werttreiberbaum (auch DuPont-Schema genannt) zeigt dem Management an, in welchen Bereichen das Unternehmen an Wert verliert bzw. in welchen Bereichen es Wert gewinnt. Das Schema ähnelt einem Flussdiagramm: Ausgehend von einer übergeordneten Leistungskennzahl, z. B. der Eigenkapitalrentabilität (ROE), werden die Kennzahlen und Berechnungen in aufeinanderfolgende Schritte und Komponenten aufgeschlüsselt, die die zugrunde liegenden Werttreiber in einem Unternehmen aufdecken.

Werttreiber bezeichnen die Aktionen, Prozesse und Ergebnisse, die Mehrwert für das Unternehmen generieren, für dessen Betrieb entscheidend sind und ihm einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Variable Kosten sind Herstellungskosten, die je nach Produktionsvolumen des Unternehmens unmittelbaren Veränderungen unterliegen.

In Abweichungsberichten werden die tatsächlichen Erträge und Aufwendungen anhand der budgetierten oder prognostizierten Zahlen evaluiert. Auf diese Weise messen Unternehmen, wie effektiv sie das Budget oder die geplanten Wachstumsziele erfüllen.

W

What-If-Analyse

Eine What-If-Analyse ist eine Planungsmethode, bei der das Finanzergebnis eines Unternehmens basierend auf einer Vielzahl unterschiedlicher Bedingungen, Szenarien und Annahmen analysiert wird.

Das Betriebsvermögen ist eine Finanzkennzahl, mit der die Effizienz eines Unternehmens und seine Fähigkeit gemessen werden, die kurzfristigen Schulden zu decken. Zur Berechnung des Betriebsvermögens werden die kurzfristigen Verbindlichkeiten vom Umlaufvermögen abgezogen.

Z

Zero-Base-Budgeting

Zero-Base-Budgeting, auch Nullbasisbudgetierung genannt, ist eine Budgetierungsmethode, bei der die Zahlen aus den vorherigen Jahren nicht übernommen werden. Die einzelnen Geschäftsaktivitäten müssen abgeglichen sein, da jede Abteilung mit Null-Werten ins neue Geschäftsjahr startet.

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